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Fraktion DIE LINKE: Stadt soll Forderungen der Beschäftigten bei Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst unterstützen und damit auch einen Beitrag zu gerechterer Bezahlung leisten

DIE LINKE unterstützt die Forderungen der Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten bei den derzeitigen Tarifverhandlungen der Gewerkschaft ver.di mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA).

In einem Antrag an den Gemeinderat fordert die Fraktion DIE LINKE die Stadt Karlsruhe auf, diese berechtigten Forderungen der Beschäftigten ebenfalls zu unterstützen. Nachdem die Tarifverhandlungen zwischen der VKA und ver.di seit März 2020 coronabedingt unterbrochen waren, wurden die Gespräche am 25. Februar im Rahmen einer erneuten Verhandlungsrunde wieder aufgenommen. Die Gewerkschaft fordert Maßnahmen gegen den dramatischen Fachkräftemangel, allem voran die Verbesserung der belastenden Arbeitsbedingungen, aber auch die finanzielle Aufwertung dieser wichtigen und verantwortungsvollen Arbeit. 

Karin Binder, Stadträtin von DIE LINKE, erklärt: „Nicht erst seit Corona sind die Sozial- und Erziehungsberufe systemrelevant. Aber seit Jahren erleben wir auch in Karlsruhe den problematischen Mangel an Fachkräften, nicht nur in städtischen Kitas oder der Schulsozialarbeit. Viele Angebote z.B. auch Krippenplätze können kaum aufrechterhalten, geschweige denn ausgebaut werden. Die Gründe dafür liegen in der schlechten personellen Ausstattung vieler Einrichtungen. Viele junge Menschen überlegen es sich zweimal, ob sie sich in diese unterbezahlten, dafür aber hoch beanspruchenden Berufe hineinbegeben.

Deshalb ist es dringend geboten, zur Unterstützung und zum Erhalt der städtischen Einrichtungen, die Fachkräfte in den Sozial- und Erziehungsberufen ihrer hohen Verantwortung entsprechend besser zu bezahlen. Wir fordern deshalb die Stadt Karlsruhe auf, als Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband die Forderungen der Beschäftigten zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung und zum Erhalt von Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen für die städtischen Einrichtungen zu leisten“. 

Auch im Hinblick auf den „Equal Pay Day“ am 07. März, der die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern zum Thema hat, sieht Stadträtin Binder die Stadt in der Pflicht: „Die schlechte Bezahlung von Frauen ist nicht nur in der Zeit ihrer Berufstätigkeit ein großes Problem. Besonders schwierig wird es für die Frauen, wenn sie in Rente gehen und dann von Armutsrenten und Sozialhilfe leben müssen. Gerade in den sozialen Berufen, Erziehungs- und Pflegediensten arbeiten fast 90 Prozent Frauen. Diese verantwortungsvollen Berufe müssen endlich mehr Anerkennung und Wertschätzung erfahren gegenüber klassischen Facharbeitern in der Industrie. Hier wird schon viel zu lange die Gutmütigkeit und der soziale Anspruch vieler Frauen ausgenutzt.

Die Stadt hat die Möglichkeit sich auf Arbeitgeberseite in diesen Tarifverhandlungen dafür einzusetzen, dass daran endlich etwas geändert wird.“