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Fraktion DIE LINKE möchte kritische Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Karlsruhes

Mit einem Antrag an den Gemeinderat möchte die Fraktion DIE LINKE die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte Karlsruhes auf städtischer Ebene veranlassen. Hierzu soll - initiiert durch das Kulturamt – ein enger Austausch mit Akteur*innen aus der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft sowie mit Personen von der Kolonisierung Betroffener oder möglicher Nachfahren stattfinden.

DIE LINKE-Stadtrat Lukas Bimmerle sieht in dem Antrag seiner Fraktion die Schließung einer Lücke in der kritischen Aufarbeitung der Kolonialvergangenheit Karlsruhes: „Bisher sind es vor allem wissenschaftliche Institutionen, wie Hochschulen oder andere Forschungseinrichtungen, die eine kritisch-historische Aufarbeitung geleistet haben. In Karlsruhe ist hier das Institut für transdisziplinäre Sozialwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe zu nennen, das sich mit der (post-)kolonialen Geschichte Karlsruhes auseinandersetzt. Eine kritische Aufarbeitung von städtischer Seite fand bisher wenig bis gar nicht statt. Dies muss sich ändern“.

Neben zentralen Aspekten, die bei der Aufarbeitung berücksichtigt werden sollen, wie beispielsweise die Rolle Karlsruher Wirtschaftsunternehmen und deren Profitierung durch die Kolonisierung oder die Diskussion über die Kommentierung von kolonial geprägten Straßennamen als vermeintlich ausreichende Auseinandersetzung mit der Kolonialvergangenheit, formuliert die LINKE-Fraktion auch konkrete Aufgabenziele, wie eine umfassende Öffentlichkeits-, Erinnerungs- und Bildungsarbeit in Form von Publikationen, Ausstellungen und Bildungsangeboten.

Weiter betont Bimmerle die Notwendigkeit, einen Diskurs über Alltagsrassismus und rassistische Praxen innerhalb der Karlsruher Stadtgesellschaft zu führen: „Die Karlsruher Kolonialgeschichte spielte in der Erinnerungspolitik der Stadt bisher kaum eine Rolle. Umso wichtiger ist es, dass antirassistische Bewegungen, wie aktuell die Black-Lives-Matter-Bewegung, den Blick sowohl auf die koloniale Vergangenheit als auch auf den offensichtlichen, aber auch verdeckten Rassismus in der Gesellschaft werfen. Durch die kritische Aufarbeitung der Karlsruher Kolonialvergangenheit kann es uns gelingen, Kontinuitäten in der rassistischen Praxis „weißer“ Gesellschaften aufzudecken, zu hinterfragen und aufzubrechen.